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Hausboot in Dornbirn

Ein Schiff im Garten
von Bernhard Bügelmeyer

Als Haus? Kaum denkbar und dennoch ließ sich der Architekt Bernhard Bügelmayer von seiner Idee vom "Hausboot" nicht abbringen. Obwohl er bei Planern und Handwerkern besonders große Überzeugungsarbeit leisten musste.

Das Einfamilienhaus wurde am Modell entworfen und besteht aus einem Flächentragwerk aus Holzspanten - wie beim Schiffsbau. Zunächst galt es jedoch, eine sichere Plattform zu schaffen, denn der Boden des Baugrundstücks bestand aus Schwemmland. Daher wurden unter dem Keller 40 Betonbohrpfähle, sogenannte Piloten, bis zu 12 Meter in die Erde getrieben, die die Basis des Kellers bildeten. Dann kam der "Rumpf", der mit Zellulosedämmung gefüllt und mit Lärchenholz beplankt wurde. Während das Holzhaus zum Garten über großzügige Fensterflächen verfügt, wird es zur anderen Seite mit einer polymerbitumenbedeckten Holzschale geschützt. Drei Lagen Polymerbitumenbahnen wurden verlegt und bilden so die "Karosserie" des Hauses. Die oberste Lage beschieferte Polymerbitumenbahn verleiht dem Objekt eine matte Oberflächenoptik. Regenrinnen waren nicht notwendig, denn die Polymerbitumenbahn lässt das Regenwasser ganz einfach ablaufen. Die Bahnen wurden von der Dachfläche über die Bogenrundung und die Wände bis zum Boden gelegt, so dass das Haus rundum geschützt ist. Auch im Hinblick auf ökologische Aspekte zeigt das Haus vorbildliche Werte: Der Wärmebedarf liegt bei nur 50 kW/m2. Die Wärmedämmung ist in die Schalenkonstruktion integriert. Vom Stapel laufen kann dieses Hausboot zwar nicht, ein Beispiel, welche außergewöhnlichen Bauwünsche Bitumenbahnen verwirklichen können, ist es aber allemal.


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Diese Serie liefert Detailinformationen für Architekten, Planer und Verarbeiter
Bitumenbahnen lieben Herausforderungen